#1 - Die Grundausstattung

Hi, bevor es mit dem Löten los geht braucht man ein bisschen was an Ausstattung. Dieser Artikel dreht sich genau um dieses Thema. Los geht`s!

Zunächst brauchst Du eine geeignete Unterlage damit Dir das Flussmittel vom Lötzinn nicht den Tisch versaut oder Du keine Brandstellen auf dem Tisch bekommst, falls Du den Lötkolben mal falsch hinlegen solltest. Hierfür reicht bereits eine ca. DIN A3 oder DIN A2 große Bastelholzplatte, die bekommt man im Baumarkt im 4er Set für 4-5 Euro.

Dann natürlich das wichtigste: Der Lötkolben. Es gibt zwar günstige Modelle für schon 10 Euro, von denen können wir Dir aber nur abraten da diese oft sehr billig verarbeitet sind und keine Temperatur-Regelung haben. Wir empfehlen Dir eher eine Lötstation mit mindestens 60 Watt, da sonst der Lötkolben bei größeren Komponenten recht schnell an seine Grenzen kommt. Zudem sollte die Lötstation eine präzise Temperatur-Regelung haben, da Dir sonst beim Löten kleiner Komponenten diese schnell zu heiß werden und überhitzen. Wir empfehlen Dir eine Regelung von ca. 200°C bis 450°C um auch gut SMD-Bauteile zu verlöten und mit bleifreiem Lötzinn arbeiten zu können. Zudem sollten auch die Spitzen deines Lötkolbens auswechselbar sein, da diese nach einer gewissen Zeit gewechselt werden müssen, oder um sie gegen andere Spitzen mit einem anderen Durchmesser tauschen zu können, wenn dies für das aktuelle Projekt erforderlich ist. Preislich kannst Du hier mit ca. 60 Euro rechnen (nach oben sind natürlich keine Grenzen gesetzt).

Beim Thema Lötzinn kann man schnell mal durcheinander kommen, da es hier eine riesige Auswahl gibt. So gibt es zum Beispiel Unterschiede in der Zusammensetzung (Bleigehalt, Kupfergehalt, Flussmittelgehalt) und im Durchmesser (dieser kann zwischen 0,25mm bis zu 4mm variieren). Für die Anfänge deiner Lötkarriere empfehlen wir dir Lötzinn mit einem Durchmesser von 1mm da man damit die meisten Projekte ohne größere Schwierigkeiten umsetzen kann. Zudem empfehlen wir ein 60% Zinn / 40% Blei Gemisch mit einem Flussmittelgehalt von 2,5%. Dies ist der Standartlötzinn in der Elektrotechnik und ist mit ca. 4,50 Euro pro 100 Gramm recht günstig, jedoch ist dieser Blei- und Halogenhaltig und somit gesundheitsschädlich, dem kann man jedoch mit dem nächsten Ausrüstungsgegenstand entgegenwirken.

Beim Löten in geschlossenen Räumen oder mit Blei- und Halogenhaltigem Lötzinn ist eine gute Lötdampfabsaugung sehr zu empfehlen. Diese saugt den schädlichen Lötdampf an und filtert diesen aus der Atemluft, so dass Du ihn nicht einatmen musst. Der Aufbau dieser Geräte ist ziemlich simpel, es ist nur ein starker Lüfter der die Luft mit dem Lötdampf ansaugt und diese mit einem Aktivkohlefilter filtert und die Schadstoffe darin bindet, lediglich der Filter muss in und wieder gewechselt werden, diese kosten jedoch nicht viel und halten recht lange. Eine solche Absaugung bekommst Du im Internet für bereits 30 Euro und meist werden da direkt ein paar Wechselfilter mitgeliefert.
So kann eine solche Absaugung aussehen:

Unsere Lötdampfabsaugung

Um nun auf den so genannten Streifen- oder Lochrasterplatinen zu löten brauchst du eine Möglichkeit die Platine festzuhalten, und da in der einen Hand der Lötkolben ist und Du mit der anderen meistens die Bauteile festhalten musst ist ein weiteres Hilfsmittel wohl nicht zu umgehen: Die „helfende Hand“ oder ein Platinenhalter. Eine helfende Hand bekommst Du bereits für 3 Euro im Internet, diese haben zwei Krokoklemmen um Deine Platine festzuhalten und manchmal sind sie noch mit einer Lupe versehen, um das Löten kleiner Bauteile zu erleichtern. Diese helfenden Hände sind jedoch meist nicht für größere Platinen geeignet und fallen schnell um, jedoch kann man mit ihnen sehr gut einzelne Bauteile, die sich nicht auf einer Platine befinden, aneinander zu halten um diese zu verlöten. 
Um Platinen gut festzuhalten empfehlen wir dir einen Platinenhalter, diese liegen preislich zwischen 8 Euro und 40 Euro. Die günstigeren Modelle reichen jedoch meist aus. In einem solchen Platinenhalter lässt sich die Platine direkt drehen ohne diese aus der Halterung nehmen zu müssen, und man kann die Platine beim Löten auch mit etwas Druck belasten, ohne dass diese direkt mitsamt Halter umfällt.

Unser Platinenhalter / Unsere helfende Hand

 

Um missglückte Lötstellen auf Platinen schnell auszubessern lohnt es sich eine so genannte Entlötpumpe zu kaufen. Diese spannst Du einfach, machst die Lötstelle warm, hältst die Entlötpumpe an das Lötzinn und drückst den Auslöser. Mit einem klacken wir der flüssige Lötzinn abgesaugt und landet in der Entlötpumpe. Die Lötstelle ist jetzt frei von altem Lötzinn und Du kannst die Stelle neu verlöten. Eine solche Pumpe bekommst du beim Fachhandel für kleines Geld.

Unsere Entlötpumpe

 

Um die Kurzschlussgefahr auf der Rückseite der Platine zu minimieren muss man die Beinchen der einzelnen Komponenten loswerden. Hierfür kannst Du einen gewöhnlichen Seitenschneider nehmen wie er vermutlich bei dir zu Hause rumliegt, jedoch wirst du mit diesem schnell an deine Grenzen stoßen, da du Beinchen mit diesem nicht direkt über dem Lötzinn ab petzen kannst. Am besten hierfür sind extra dafür gefertigte Mini-Seitenschneider. Diese haben die Schneide direkt auf der Unterseite und somit kannst Du die Beinchen so nah wie möglich am Lötzinn ab petzen. (Heb de Beinchen auf! Wofür das? Das lernst du im nächsten Video!)

Mit diesen Werkzeugen kannst du jetzt sehr gut auf Platinen löten. Um am Ende jedoch eine möglichst schöne Platine zu erhalten kannst Du dir noch eine so genannte Biegelehre zulegen. Damit kannst Du Widerstände genau auf den Abstand der Löcher in der Platine vorbiegen. Dies ist jedoch nicht zwingen nötig, sondern dient mehr der Form als der Funktion. Solch eine Biegelehre kostet Dich ca. 1 Euro.

Hier hast noch den Plan einer einfachen Transistor-Schaltung falls du mal das Löten ausprobieren willst:

 

Hier noch das Video